Im September 2020 habe ich mein Haus fotografiert. Grund war ein Zettel am Fenster, eine Wohnung sei zu verkaufen. Ich kam spontan auf die Idee, ein Gespenst einzumontieren. Mir war einfach danach. Nicht zu deutlich sollte es sein, aber erkennbar. Ich habe das vorher noch nie gemacht. Ich wollte schauen, wie aufmerksam meine Leser auf meiner inzwischen eingestellten Stadtteilseite neuperlach.org sind, auf der ich das Bild veröffentlichte. Es war fast zu erwarten: Kaum jemandem fiel das Gespenst auf.
Am 11.03.2021 entdeckte ich ein sehr schönes Spielgerät in meinem Stadtteil, und auch hier war mir danach, ein Gespenst einzuschmuggeln. Das war das zweite Mal überhaupt, dass ich auf solch ein Stilmittel zurückgriff. Dabei war ich der Auffassung, auf dem Anhänger würde sich das Gespenst gut machen.
Nur einen Tag später (also am 12.03.2021) erblickte ich wiederum etwas an meinem Haus, jetzt ein paar Meter weiter links. Es war ein großes weißes Laken, das an einem Baum hing. Ich musste schmunzeln und fotografierte die Szenerie spontan.
Erst ein paar Tage später, jetzt, erinnerte ich mich an das erste Foto und dass sich da eine Verbindung konstruieren lässt. Es schaut so aus, als hätte hier das Gespenst seinen Umhang abgelegt.
Es ist einfach ein netter Zufall, eine kleine Geschichte, mehr nicht.
Schaurig schön! Lizenz: Public DomainLizenz: Public Domain
Bäume sind nicht nur lebensnotwendig, sondern in vielfacher Weise etwas Tolles, Mystisches, Geheimnisvolles, Wunderbares. Hier soll es aber auch um die dunkle Seite der Bäume gehen. Eine solche gibt es durchaus. Dabei sind jetzt nicht primär Unfälle mit Bäumen das eigentliche Thema, sondern das Spektrum von Mythen, Legenden sowie menschlicher Phantasien und Ängste. Der Baum als Archetyp.
Ohne sie wäre das Leben auf der Erde nicht denkbar. Bäume reinigen als grüne Lunge unsere Luft und liefern den wichtigen Rohstoff Holz – für Möbel, Häuser, Papier und vieles mehr. Aber auch als Brennstoff musste vor allem früher das Holz herhalten. Mit Holz zu heizen, ist aber wieder im Trend: Bei Pelletheizungen gibt es Zuwächse. Auch als Baustoff ist Holz wieder höher im Kurs, sogar im wahrsten Wortsinn. Neben üblichen Häusern mit nur wenigen Stockwerken hat der natürliche Baustoff nun sogar bei Hochhäusern Einzug gehalten.
Majestätische Eiche. Lizenz: Public Domain
Rekorde: Bäume können bis zu 130 Meter hoch werden. Auch beim Alter sind Bäume spitze: Der älteste bekannte Baum ist etwa 10.000 Jahre alt. Eindruck macht auch das Wurzelwerk: Die Wurzeln eines Baumes können mehrere Kilometer umfassen.
Lizenz: Public Domain
Viele Bäume sehen majestätisch aus. Bäume sind sehr beliebt. Vor allem Kinder klettern gerne auf Bäume, bauen Baumhäuser. Viele Menschen gehen am liebsten im Wald spazieren. Bäume spenden Schatten, nicht nur im Biergarten Mein Freund, der Baum.
Vom Wunderbaren zum Dunklen
Auch wenn ich Bäume und Wälder wirklich extrem mag, fasziniert mich auch die dunkle Seite daran.
Ein in einem Marterl (Bildstock) verarbeiteter schrecklicher Unfall. Die Jungfrau Teresia Pichler (17) hat durch einen Baumschlag am 1. Dezember 1876 den Tod gefunden (Aying, Bayern)
Bei dem Dunklen ist jetzt nicht in erster Linie gemeint, dass Bäume Menschen verletzen oder erschlagen können. Vielleicht rächen sie sich ja, weil man ihre Artgenossen fällt, wenn sie einem Neubau im Weg stehen.
Eher schon ist es das Irrationale. So haben nicht nur Kinder Angst, sich im Wald zu verlaufen. Der Wald als hinterhältige Falle, der einen nicht mehr entkommen lässt. Bei Nacht und Nebel kann die Angst dann potenziert werden.
Pareidolie: Baumgesicht. Foto: ODonnell5475 / Lizenz: CC BY-SA 4.0
Manchmal wirken Bäume auch deshalb oft unheimlich, da sich in den vielen komplexen Strukturen besonders leicht Gesichter und andere lebendige Elemente erkennen lassen. Das Phänomen, das nicht nur von Bäumen bekannt ist, wird als Pareidolie bezeichnet.
Leben in den Bäumen
Da ist aber tatsächlich etwas Lebendiges in den Bäumen. Zunächst einmal kann man sie durchaus den Lebewesen zurechnen. Neuere, aber nicht unumstrittene Forschungen gehen sogar davon aus, dass Bäume in einem gewissen Rahmen Empfindungen haben, ihre Umgebung wahrnehmen und sogar mit dieser kommunizieren können. Zwar besitzen Bäume und Pflanzen keine Nervenzellen, aber sie produzieren Hormone, die sie mithilfe eines feinen Adergeflechts zu ihren Organen übermitteln, ist im Artikel Die Sinne der Pflanzen (National Geographics) zu lesen..
Frühere Generationen mögen das geahnt haben. Der Mensch war immer in Verbindung mit den Bäumen, war er doch auf Holz als Brenn- und Baustoff angewiesen. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn er menschliche Eigenschaften in Bäume projiziert – in Träumen, in Geschichten, im Aberglauben. Bäume werden zu einem beseelten und denkenden Wesen. Um diese Geschichten geht es im Folgenden.
Besonders gruselig: Baum mit Krähen. Lizenz: Public Domain
Bäume in Literatur und Filmen
Ich habe bewusst nur 7 Werke ausgesucht, damit es nicht zu viel „Holz“ wird.
Poltergeist (Kinofilm, 1982)
Der Film handelt von der Neubausiedlung Cuesta Verde, die auf einem ehemaligen Friedhof errichtet wurde. Die Grabsteine wurden versetzt, aber aus Profitgründen beließ man die Toten im Boden. Es kam, wie es kommen musste, die Toten sind nicht sonderlich begeistert und rächen sich. Das Perfide: Sie machen die Arbeit nicht alleine, sondern spannen auch einen Baum ein, der vor dem Haus der Protagonisten steht.
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Bei einem Gewitter erwacht der Baum zum Leben. Seine Äste werden zu Armen und Händen, dir richtig fest zupacken können. Die Übermacht der vielen Astarme ist furchterregend. Der Baum durchbricht das Kinderzimmerfenster und holt Robbie, den Sohn der Familie, zu sich. Die Eltern und die Schwester Dana versuchen verzweifelt, Robbie dem Baum zu entreißen.
Der Baum wird schließlich von einem plötzlich auftauchenden Tornado aus dem Boden ausgerissen. Dem Vater gelingt es in letzter Sekunde, Robbie zu befreien. Schließlich fliegt der Baum davon.
Bäume sind dazu verdammt, immer am selben Ort zu stehen. Hier aber kann er sogar fliegen – fast mit dem Kind an Bord. Diese anvisierte Kindesentführung überschreitet dramaturgisch wie auch metaphorisch sämtliche Grenzen.
Blair Witch Project (Kinofilm, 1999)
Der Film greift das Szenario auf, dass sich Menschen im Wald verirren und nicht mehr herausfinden. Die Protagonisten haben dabei den Eindruck, immer an den gleichen Stellen vorbeizukommen und damit im Kreis zu laufen.
Dieses Gefühl der Ohnmacht wird noch durch Szenen gesteigert, in denen die Akteure seltsame Figuren aus Zweigen und Garn entdecken, die auf den Bäumen aufgehängt sind. Dazu kommen seltsame Geräusche und vermeintliche Kinderschreie in der Nacht.
Harry Potter (ab 1997)
Weidenbaum. Lizenz: Public Domain
Bei dieser Romanreihe spielt ein Baum eine besondere Rolle, die „Peitschende Weide“. Dabei handelt es sich um einen magischen Baum, der am Rande des „Verbotenen Walds“ auf dem Schulgelände von Hogwart steht. Der Baum schlägt mit seinen Ästen auf alle Menschen und Dinge ein, die ihm zu nahe kommen. Der Baum birgt ein Geheimnis, er bewacht einen versteckten Eingang. Drückt man auf eine bestimmte Wurzelknolle am Stamm, hört der Baum vorübergehend das Schlagen auf, sodass der Geheimgang gefahrlos betreten werden kann.
Hänsel und Gretel
Hänsel markiert heimlich den Weg mit weißen Steinchen, um später den Weg aus dem Wald herauszufinden. Lizenz: Public Domain
Hier findet sich die Urform eins Erzählelements, bei der eine Spur gelegt wird, um aus einem tiefen, dunklen Wald wieder herauszufinden. Der Vater von Hänsel und Gretel ist ein armer Holzfäller. Die Mutter weiß in der Not nicht mehr weiter und überredet ihren Mann zu einem unfassbaren Plan, nämlich die beiden Kinder im Wald auszusetzen. Der Vater führt die Kinder in den Wald und lässt sie unter einem Vorwand zurück. Doch Hänsel hat die Eltern belauscht und kennt deren Plan. Er hat weiße Steinchen ausgelegt, sodass die Kinder wieder zurückfinden. Doch die Eltern geben nicht auf. Erneut sollen die Kinder ausgesetzt werden. Dieses Mal hat Hänsel nur eine Scheibe Brot dabei. Die Krumen, die er legt, werden bedauerlicherweise von Vögeln verspeist. Die Kinder finden den Weg nicht mehr zurück. Dafür stoßen sie auf ein Hexenhäuschen …
Tanz der Teufel (Kinofilm, 1981)
In dem lange Zeit beschlagnahmten und indizierten Film macht eine Gruppe Jugendlicher Urlaub in einer Waldhütte in Tennessee. Im Keller finden sie ein altes, mysteriöses Buch sowie ein Tonbandgerät. Manche Tonbänder sollte man vielleicht nicht abspielen. Doch es ist zu spät. Im Wald rings herum erhebt sich als Reaktion darauf „das Böse“. Die Gruppe wird durch dämonische Kräfte dezimiert. Dabei nutzen die Dämonen die Menschen als Wirte, um in deren Gestalt auf die anderen Jugendlichen losgehen. Ein Coronavirus ist harmlos dagegen.
Hier steht der Wald nicht unmittelbar für das Böse, sodass der Film es vermutlich gar nicht in diese Aufstellung geschafft hätte, wenn es nicht eine Szene gäbe, die alles ändert: Eine der Akteurinnen wird von einem zum Leben erwachten Baum vergewaltigt. Zu allem Überfluss holt sie sich dabei auch noch eine sexuell übertragbare Krankheit.
Alte Eiche. Lizenz: Public Domain
Curse of the Witching Tree – Das Böse stirbt nie (Kinofilm, 2015)
In diesem Horrorfilm wird eine Mutter vor 500 Jahren wegen Mordes an ihrem Sohn zum Tode verurteilt und als Hexe gehängt. Sie ist aber unschuldig. Gerade noch rechtzeitig verflucht sie den Baum und die Umgebung. In den folgenden Jahrhunderten sterben insgesamt neun Kinder unter rätselhaften Umständen. Ihre Leichen werden im Keller eines Haus, das im Wald liegt, bestattet. Der Mythos sagt, dass die Seelen der Toten bis heute durch die Wälder streifen. Ein Sprung in die Jetztzeit: Eine Frau will nach dem Autounfall ihres Mannes, der im Koma liegt, mit ihren Kindern einen Neuanfang machen und zieht aufs Land. Sie landet ausgerechnet in dem genannten Haus …
Lizenz: Public Domain
The Tree (Kinofilm, 2010)
Peter, lebt mit seiner Frau Dawn und den vier Kindern glücklich im australischen Outback. Eines Tages holt Peter seine Tochter vom Spielen ab. Im Auto erleidet er einen tödlichen Herzinfarkt. Durch die weggefallene Kontrolle über den Wagen kollidiert dieser mit dem Feigenbaum am Familienhaus. Die Familie kommt wie zu erwarten mit dem Tod von Peter nicht klar. Dawn bekommt Depressionen, die Kinder werden egoistisch und aggressiv. Die achtjährige Tochter Simone ist aber überzeugt davon, dass dieser Baum Peters Seele einverleibt hat und nun ihr zuflüstert. Sie klettert immer häufiger auf den Baum, um sich mit ihrem Vater auf ihre Weise zu unterhalten. Ein paar Tage später reißt Simone ihre Mutter aus dem Schlaf und vertraut ihr das Geheimnis an. Dawn klettert daraufhin selbst auf den Baum hinauf, verteilt persönliche Dinge von Peter. Sie glaubt, dass seine Seele in den Baum übergangen ist und spricht zu ihrem Mann.
Der Baum wirkt auf die Familie allerdings aggressiv. Seine Wurzeln greifen das Fundament des Hauses an, er beschädigt auch Wasserleitungen. Ein Klempner (George) nimmt sich der Sache an. Es ergibt sich, dass Dawn bei ihm als Verkäuferin arbeitet. Sie verliebt sich in ihn. Dann kracht ein sehr großer Ast in Dawns Schlafzimmerfenster und landet direkt auf ihrem Bett. Dawn hält das für eine Bestrafung Peters. Sie sucht die Versöhnung, indem sie sich an den Ästen und Blättern einkuschelt. Simone ist wütend, als sie hinter den Liebhaber der Mutter kommt. Die Wut steigert sich, als George den Ast mit dem ganzen Gestrüpp mit Gewalt aus dem Schlafzimmer entfernt.
Alter Olivenbaum. Lizenz: Public Domain
Die Familie macht schließlich Weihnachtsurlaub am Strand. Simone ist damit sehr unzufrieden, da es das erste Weihnachten ohne Peter ist. Als die Familie aus dem Urlaub zurückkehrt, hat der Baum weitere größere Schäden am Haus verursacht. Er droht das Haus zu zerstören. George will den Baum fällen lassen. Damit kommt er auch den Nachbarn entgegen, die auch bereits Probleme bekommen haben, da die Wurzeln bis in ihrer Grundstücke wachsen. Simone ist mit den Plänen nicht einverstanden. Sie verbarrikadiert sich in einem auf dem Baum errichteten Baumhaus und bewirft die bereits eingetroffenen Holzfäller und George mit Gegenständen. Simone ist nicht dazu zu bewegen, vom Baum abzusteigen. Sie droht sogar damit, sich etwas anzutun, indem sie vom Baumhaus springt. Dawn vermittelt und fordert George auf, die Fällung abzubrechen. Nach einem Streit gibt sie ihm den Laufpass.
Zu allem Überfluss zieht dann auch noch ein Zyklon heran. Die Familie kann sich retten, aber das Haus wird nahezu zerstört und der Baum entwurzelt.
Auch hier steht ein Baum im Mittelpunkt, auch wenn die Natur es hier eher mit der Kirche nicht gut meint. Lizenz: Public Domain
Das Grab der kleine Florence. Eine sehr traurige, aber auch rührende Geschichte. Foto: Natalie Maynor / Lizenz: CC BY 2.0
Natchez, Mississippi: 1871 wurde das sehr ungewöhnliche Grab dieses 10-jährigen Mädchens mit einer leicht zugänglichen Treppe gebaut, damit ihre Mutter sie bei Gewittern trösten konnte.
Foto: Shanna Riley / Lizenz: CC BY 2.0Detail Treppenabgang. Foto: Natalie Maynor / Lizenz: CC BY 2.0
Die zehnjährige Florence Irene Ford (* 03.09.1861, † 30.10.1871) starb an Gelbfieber. Während ihres kurzen Lebens hatte sie große Angst vor Gewittern bzw. Stürmen hatte (das englische storm, das in den Quellen genannt ist, bedeutet beides, Gewitter und Sturm), und wann immer ein entsprechendes Unwetter auftrat, eilte sie zu ihrer Mutter, um Trost zu finden.
Nach ihrem Tod war ihre Mutter so traurig, dass sie den Sarg von Florence mit einem Glasfenster am Kopf des Kindes versehen ließ. Das Grab auf dem Stadtfriedhof am Ufer des Mississippi wurde derart konstruiert, dass ein spezieller Aufenthaltsbereich mit der gleichen Tiefe des Sarges am Kopf des Kindes bereitgestellt wurde. Über eine Treppe konnte die Mutter 6 Fuß zu ihrer Tochter herabsteigen, um Florence bei Gewittern zu trösten. Um die Mutter bei Gewittern zu schützen, wurden klappbare Metalltüren über dem Aufenthaltsbereich installiert.
Eingangsbereich des Friedhofs. Foto: NatalieMaynor / Lizenz: CC BY 2.0Weiterer Teil des Friedhofs. Foto: Billy Hathorn / Lizenz: CC BY 3.0
Die Mutter starb 1892. Mitte der 1950er-Jahre wurde am Fuß der Treppe eine Betonwand errichtet, die das Glasfenster des Sarges von Florence abdeckt, um Vandalismus zu verhindern.
Der Grabstein hat die Inschrift „Sacred to the memory of Florence Irene – daughter of Washington & Ellen H. Ford. As bright and affectionate a daughter as ever god with his image blest.“ (Geweiht dem Andenken von Florence Irene, Tochter von Washington & Ellen II. Ford. So hell und liebevoll, wie sie jemals Gott mit seinem Bildnis beschenkt hat.)
Das Grab existiert bis heute, und auch die Metalltüren sind weiterhin in Betrieb. Besucher können die Treppe begehen, um Florence ganz nahe zu sein.
Die abgetrennte Hand eines Toten bewegt sich. Die Hand malt. Mit den Fingern. Der Ausdruck Fingermalerei scheint eine neue Bedeutung zu erhalten. Doch auch wenn die Geschichte nach dem Okkulten klingt, muss man hier die Parapsychologie wohl nicht bemühen. Denn bewegt wird die Hand von Morten Viskum (*1965), dem umstrittensten Künstler Norwegens. 1998 verwendete er erstmals die Hand eines Toten als Pinsel.
Symbolbild
Es ist nicht die erste Provokation des Künstlers. Bereits 1995 machte er mit seiner Aktion „Rotte/oliven prosjekte“ auf sich aufmerksam. Innerhalb von zwei Tagen stellte er 20 Olivengläser, in denen er die Oliven durch Rattenbabys ersetzt hatte, in 20 Lebensmittelläden in den fünf größten norwegischen Städten auf.
Einige Jahre später schuf er ein Kruzifix, bei dem nicht Jesus Christus, sondern eine tote Ratte ans Kreuz genagelt worden war. Einige Kunstliebhaber mit begrenzt ausgeprägter Toleranz bedankten sich bei Viskum mit Morddrohungen.
Viskum studierte zunächst Veterinärmedizin. 1993 brach er das Studium nach 6 Jahren ab und ging an die Norwegische Akademie der bildenden Künste in Oslo. Der Künstler macht Installationen, Performances, Fotografie und Malerei. Das vorherrschende Thema ist der Tod. Er hat das Vestfossen Kunstlaboratorium gegründet, eine Kunstgalerie für internationale zeitgenössische Kunst im norwegischen Øvre Eiker. Viskum verfügt über eine private Kunstsammlung mit über 700 Kunstwerken von über 200 Künstlern.
Die Serie „Tote Hände“
Jede Hand, die der Künstler in die Hand bekommt, dient einer eigenen Serie. Von wem die Hände stammen und wie er an sie gelangen konnte, ist ein gut gehütetes Geheimnis. Die Rezepturen der verwendeten Farbe unterscheiden sich. Für „Die Hand mit dem goldenen Ring“ setzte Viskum herkömmliche Farbe, Tierblut und Goldstaub ein. Dabei bemalte er zuerst die Leinwand mit Tierblut, wobei er die abgetrennte Hand als Pinsel verwendete. Dann legte er etwas Goldglitter in die Handfläche der abgetrennten Hand. Schließlich blies er den Glitzer über das Blut. Am Ende übermalte er den Glitzer mit verschiedenen Farben, wieder mit der Hand als Pinsel. Die Hände – und wie Viskum mit ihnen arbeitet – sind im Video zu sehen.
Der Prozess der Bildentstehung findet nicht nur im stillen Kämmerlein statt, sondern auch live vor Publikum. Spätestens jetzt ist es Eventkunst, wenngleich auch bei Bildern ohne Zuschauer das Performative im Vordergrund steht, nicht das fertige Bild. Es ist die Idee, die Geschichte, die Entstehung der Bilder.
Sensationsgier, niedrige Instinkte, ein billiger Trick?
Der Künstler wehrt sich dagegen, dass er auf Schock setze, auf niedrige Instinkte und Sensationsgier befriedige.
Er sagt, dass in der gesamten Kunstgeschichte Künstler Leichenhäuser und Autopsien besucht hätten, um die menschliche Anatomie zu malen. Er habe diese Tradition nur etwas erweitert, indem er die Körperteile aus der Leichenhalle entfernt und diese direkt als Werkzeug benutzt habe.
Ein Schalter, den man nicht so einfach wieder ausschalten kann
Dennoch, die meisten dürften erst einmal verstört sein, wenn sie erstmals von Morten Viskum und seiner Kunst hören.
Morten ist ein gängiger dänischer und norwegischer Vorname, der so viel bedeutet wie „der Mann vom Moor“. Dennoch mag man hier passenderweise eine Ähnlichkeit zu mortal (sterblich) sowie Morden erkennen.
Die allüberlagernde, tabubrechende Kurzbotschaft ist nun mal, dass er mit der Hand von Toten male, auch wenn das nur einen Teil der künstlerischen Prozesse ausmacht.
Schnell stellen sich die Fragen nach Moral und Ethik. Verstößt es gegen die Würde von Toten, selbst wenn die Menschen zu Lebzeiten zugestimmt haben? Wird hier die Totenruhe gestört? Immerhin wird das vielleicht komplizierteste, wertvollste Werkzeug der Natur, die menschliche Hand, als simpler Pinsel zweckentfremdet.
Das große Thema der eigenen Vergänglichkeit tritt ebenso hervor. Selbst die Vorstellung, dass die eigene Hand Viskum posthum als Pinsel dienen könnte, kann einem hierbei in den Sinn kommen.
Diese ganzen Gedanken werden Teil des Kunstprozesses. So einfach der Schalter auch umgelegt wurde, so wenig lässt er sich einfach wieder ausknipsen. Das alles zeigt, das ist weit mehr als eine simple Provokation, um berühmt zu werden.
Auch wer sich uninteressiert gibt oder angewidert abwendet, ist bereits Teil des Prozesses. Es beschäftigt einen lange. Wer anderes behauptet, verkennt das Unterbewusste, das stetig weiterarbeitet. Zumindest bis zum Tode.
2009 habe ich die Schiffleutkapelle Maria-Rast in Wasserburg am Inn fotografiert. Die Kapelle war damals noch ganz neu, sie war im selben Jahr fertiggestellt worden. Die dominante Aufschrift „Nahui in Gott’s Nam“ ist ein Gruß der Inn-Schifffahrer und bedeutet so viel wie „Packen wir es an!“ Im Inneren finden sich als Figuren die heilige Maria, der heilige Nikolaus sowie der heilige Jphannes Nepomuk, der als Schutzpatron der Brücken gilt.
Als ich die Bilder bearbeitete, war ich arg irritiert. Auffällig ist auf beiden Bildern ein dicker Lichtstrahl (1), der von rechts unten diagonal nach links oben führt. Er läuft parallel zur Dachkante und endet unterhalb des Daches. In der ersten Aufnahme sieht es so als, als stünde ein Projektor am Boden, der den Lichtstrahl erzeugt. In der zweiten Aufnahme startet er etwas weiter oben, dafür zeigt sich nun ein Orb auf dem großen Kreuz (2).
Der Lichtstrahl ist wohl kein göttliches Zeichen oder dergleichen, auch schwingt hier kein Jedi-Ritter sein Lichtschwert. Vielmehr dürfte es sich um eine innere Spiegelung des Kameraobjektivs handeln. Nett anzuschauen ist es allemal.
Es gab früher schon einmal eine Website mit der Domain mystisch.net – das „Hexenweb“. Das förderte die Wayback Machine zutage. Diese listet Archiveinträge von 2001 bis 2005. Anfangs hieß das Ganze noch „Hexen hexen“.
Eine Kurzbeschreibung, um was es sich auf der Website drehte, habe ich nicht gefunden. Offenbar wurden kaum Inhaltsseiten mit archiviert, sondern nur die Startseite. Den Menüpunkten nach wurde ein Kräuterlexikon sowie eine Rezeptdatenbank angeboten. Bei „Hexen hexen“ findet sich zudem die Menüeinträge „Vampire“ und „Verzaubern“.
Aus der „Hexen hexen“-Zeit habe ich immerhin dieses Zitat gefunden:
Definition Hexen: im mittelalterlichen Glauben Frauen, die widergöttliche Kräfte besitzen, allerdings waren Hexen von jeher Frauen, die sich besonders gut mit Kräutern und der Natur auskannten.
Zukunft von mystisch.net
In Zukunft sollen hier öfter Beiträge erscheinen. Es ist fest geplant, ich bitte aber noch um Geduld. In letzter Zeit habe ich zumindest einige ältere Artikel von meiner inzwischen eingestellten Neuperlacher Stadtteilseite hierher verschoben, weil sie hier besser passen. Da das Erscheinungsdatum weit zurückliegt, tauchen die Artikel nicht ganz oben auf, lassen sich aber über die Menüs abrufen. Stöbern lohnt sich!
Das JOTT-Phänomen („Just One of Those Things“) – wenn Gegenstände verschwinden und manchmal an anderen Orten wieder auftauchen. Man kann es glauben oder nicht – es gibt viele gut dokumentierte Fälle. Die Erklärungen gehen auch dahin, dass es ein psychisches Phänomen sein könnte. Wie auch immer, es ist interessant!
Das hier eingebundenen Video stammt aus dem sehr empfehlenswerten Mythen-Metzger-Kanal. Bei dem Pinsel vermute ich eine natürliche Erklärung (ohne es zu wissen, versteht sich). Ein (dünner) Pinsel kann schon mal so fallen, dass man ihn kaum mehr finden kann. Auch in einem weitgehend leeren Raum. Ich hatte auch schon den Fall, dass dünne, kleine Gegenstände auf einmal weg waren und trotz stundenlangem Suchen verschwunden blieben. Einige tauchten beim Umzug wieder auf. Aber das mit dem Schlüssel auf dem Kopfkissen ist krass. Das hat eine Schabernack-Komponente, die als typisches Begleitphänomen Spukphänomenen zugeschrieben wird.
Habe ich selbst schon mal so etwas erlebt? Als meine Mutter, die alleine wohnte, heimkam, stellte sie fest, dass ihr große Tiffany-Lampe, die an einem langen Kabel über dem Wohnzimmertisch hing, verschwunden war. Sie dachte sofort, dass sich da jemand in der Wohnung zu schaffen gemacht hatte und war sehr beunruhigt. Außer mir hatte aber keiner einen Schlüssel zur Wohnung. Die Lampe war nirgends zu sehen, und wenn sie einfach abgestürzt wäre, müsste sie ja am Boden liegen. Nach einigem Suchen tauchte sie doch auf. Sie war tatsächlich abgestürzt, dann wohl auf dem Tisch aufgeschlagen und von dort aus in eine Schachtel „gehüpft“, die neben dem Tisch stand. Die Schachtel hat einen Deckel, den man auch nach innen durchdrücken kann. Die Lampe landete derart in der Schachtel, dass sich der Deckel auch wieder schloss. Auf die Idee, dort zu suchen, musste man erst einmal kommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine so große Lampe über eine Zwischenstation so fällt, dass man sie danach nicht mehr sehen kann, weil sie sich danach in einer geschlossenen Schachtel befindet, dürfte „verschwindend“ (das Wort passt wie die Faust aufs Auge) gering sein. Irgendetwas Paranormales war also nicht im Spiel, nur ein abartiger Zufall, was ja dann doch irgendwie mysteriös ist.
Ein paar Kilometer von Seeshaupt am Starnberger See entfernt steht sie, die „Weilheimer Pestkapelle“. Es ranken sich düstere Legenden um dieses Gotteshaus. Es sollen nicht nur Pesttote in die Brunnen vor der Kapelle geworfen worden sein, sondern sogar noch lebende Pestkranke. Auch Legenden über einen Pestfriedhof gibt es. Die Brunnen sollen als Pentagramm angeordnet sein, womit eine Verbindung zum Satanismus bestünde (Satanisten verwenden ein nach unten weisendes Pentagramm). Zur Kapelle es gibt es angeblich keine Wegweiser, dafür aber Irrwege, sodass man aus dem Wald nicht mehr herausfindet. Als Entschädigung treffen die Verirrten auf eine erhängte Frau an einem Baum und den Schwarzen Hund. Diesen Bericht habe ich auf meinem heimischen PC geschrieben. Ergo fand ich den Weg aus dem Wald. Viele der Mysterien lassen sich überraschend einfach aufklären.
In der Nähe von Seeshaupt Richtung Weilheim steht mitten im Lauterbacher Wald die „Pollingsrieder Kapelle“, so der offizielle Name, die besser als „Weilheimer Pestkapelle“ bekannt ist. Ein weiterer Name ist „St.-Georgs-Kapelle“, da sie Georg geweiht wurde, einem christlichen Heiligen, der zu Beginn der Christenverfolgung im dritten Jahrhundert nach Christi unter dem römischen Kaiser Diokletian ein Martyrium erlitten haben soll. Die Kapelle liegt in der Nähe der Einöde Tradfranz, die sich wiederum unweit des Weilers Eichendorf befindet. All dies (also auch die Kapelle) ist Bestandteil der Gemeinde Eberfing im Landkreis Weilheim-Schongau. Der offizielle Name „Pollingsrieder Kapelle“ leitet sich von der sogenannten Wüstung Pollingsried ab. Unter einer Wüstung (andere Bezeichnungen: Ödung,Elende oder abgegangene Siedlung) versteht man eine aufgegebene Siedlung oder aufgegebene Wirtschaftsfläche. Hier ist ein aufgegebener Weiler (also eine kleine Ansiedlung von Gehöften) gemeint. Der eine oder andere wird bereits das jetzt als geheimnisvoll einstufen.
Geschichte der Kapelle
Ursprünglich stand an Stelle der heutigen Kapelle eine kleine Kirche, die in einer Urkunde von 1162 das erste Mal erwähnt wurde. Die Kirche dürfte aber viel älter sein, da Georgs-Kirchen im Allgemeinen auf keltischen Kultstätten errichtet wurden. Vermutlich bestand die Kirche aus Holz.
Ursprünglich befand sich dort ein landwirtschaftlicher Gutshof (Schwaige) des Klosters Polling. Der Ort Polling liegt ein großes Stück entfernt im Süden von Weilheim. Die Klosterbauten gibt es heute noch, aber das Kloster wurde aufgegeben.
Kloster Polling. Lizenz: Public Domain
Im 17. Jahrhundert wurde der Gutshof schrittweise in drei eigenständige Höfe (Tonibauer, Hoiß und Baur) aufgeteilt. Es entstand der bereits erwähnte Weiler Pollingsried. 1711 kam als vierter Hof der bereits ebenfalls erwähnte Tradfranz hinzu, der ein Stückchen weiter entfernt liegt und als einziger Hof heute noch existiert. Er wurde ursprünglich als Wohnsitz für einen Wärter der umliegenden Fischweiler des Klosters Benediktbeuern errichtet.
1630 grassierte die Pest in der Gegend. Aus diesem Anlass schworen die Eberfinger Bürger, jedes Jahr am Vorabend des sogenannten Sebastianstags (20. Januar) in der Kirche eine Messe zu feiern. Der heilige Sebastian wird gegen die Pest, andere Seuchen sowie als Schutzpatron der Brunnen angerufen. Angeblich ist der schwarze Tod daraufhin in der Gegend nie mehr ausgebrochen. Für einen wirksamen Schutz vor dem Coronavirus hat es allerdings nicht gereicht.
1655 zerstörte ein Feuer die Kirche. 1660 wurde sie wieder aufgebaut, es entstand die heutige bekannte Kapelle.
1803 gelangten mit der Säkularisierung große Teile der bayerischen Wälder in Staatsbesitz. Der Staat wollte dabei den Wald im großen Stil bewirtschaften, das heißt aufforsten. Entsprechend wurden kleine Siedlungen aufgekauft und abgerissen. Etwas Geheimnisvolles ist da also nicht dahinter, im Gegenteil, ist es etwas Weltliches. Pollingsried wurde 1863 dem Erdboden gleichgemacht, nachdem 1856 der Tonibauer zwangsversteigert worden war und 1860 die beiden anderen Höfe aufgegeben worden waren. Nur die Kapelle blieb auf der heutigen Lichtung und eben der etwas abgelegene Tradfranz, ebenso wurden die Brunnen verschont. Die Kapelle steht heute unter Denkmalschutz.
Die folgende Skizzierung der Kapelle erfolgte 1994 vom Heimatpfleger Klaus Gast: „Von der alten Ausstattung ist noch der Hochaltar an der ostseitigen Abschlussmauer des Chores vorhanden. Der Aufbau aus Holz und Stuckmarmor stammt aus der Zeit um 1790. Der Altarschmuck ist in kühlem Grün gefasst. Als Mittelpunkt des Altars ist ein Bild des heiligen Georg eingelassen, der zu Pferd im Hintergrund einer Burg entgegen reitet.“ Nordseitig befindet sich eine kleine marmorierte Holzkanzel aus dem 18. Jahrhundert. Einen rechten Seitenaltar gibt es nicht, dafür ist in die Stirnwand die Skulptur mit der Darstellung „Christus im Kerker“ eingelassen (Abbildung).
Das Deckenfresko von 1951 ist mit Stuckrahmen eingefasst und vom Oberhausener Maler Emmerich signiert. Zu sehen ist der „Dreifaltige Gott“ mit Mann, Mutter Anna und Joachim, eingerahmt von Engeln, die ein Spruchband „Heilige Mutter Anna, bitte für uns“ in den Händen halten. Dies ist ein Hinweis darauf, dass die Eberfinger jetzt die heilige Anna, die Großmutter Jesu, verehren, nicht mehr den heiligen Georg.. Dieser Wechsel erfolgte bereits im 17. Jahrhundert.
Die Kapelle liegt auf einer Lichtung. Vor dem Eingang fallen ein Brunnen sowie ein Vorplatz auf, auf dem recht deutlich Strukturen in Gestalt konzentrischer Kreise im Gras- und Kiesboden zu erkennen sind (Abbildung). Es wurden einige Bänke und auch ein Tisch aufgestellt.
Die konzentrischen Kreise könnten ein aktuelles Phänomen sein und durch paar Umverteilungen von Steinen und Entfernung von Gras erfolgt sein. Möglich, dass dort okkulte Rituale praktiziert wurden oder werden. Bei den Recherchen habe ich absolut nichts gefunden. Ich bleibe da aber dran.
Leider ist die Kapelle abgesperrt, durch die Fenster ist immerhin ein Blick ins Innere möglich. Es gibt eine Alarmanlage (wohl seit Ende der 1980er-Jahre) und Videoüberwachung. Der Grund liegt darin, dass es immer wieder zu erheblichem Vandalismus kam. Die Kapelle zieht Esoteriker, Satanisten, Einbrecher oder einfach nur Neugierige an. Sogar aus Norddeutschland und vermutlich auch aus dem Ausland, wobei Norddeutschland für einen Bayern Ausland ist. Es wurden Kirchenbänke angezündet, selbst die Glocken wurden einmal entwendet. Die Sicherung der Kapelle funktioniert, heute hinterlassen Touristen aber noch Müll.
Satanismus? Die 5 Brunnen – als Pentagramm angeordnet?
Im nahen Umfeld der Kapelle gibt es vier Brunnen, die wie die Kapelle unter Denkmalschutz stehen. Angeblich existiert noch ein fünfter Brunnen, den aber noch keiner gefunden hat. Zumindest ist nichts belegt.
Pestfriedhof?
Die Legende besagt, man habe Pesttote oder noch lebende Pestkranke in diese tiefen Brunnen geworfen. Als die Brunnen voll waren, soll man die Leichen vor der Kirche vergraben haben. Dagegen spricht, dass es damals nicht so viele Bewohner gab, als dass die Kapazität der Brunnen nicht ausgereicht hätte. Der These des Pestfriedhofs erteilt auch Klaus Gast eine klare Absage.
Belege, dass Menschen in die Brunnen gestoßen wurden, gibt es ebenso keine. Es ist auch unwahrscheinlich, da Brunnen im Allgemeinen sauber gehalten wurden. Schließlich brauchte man das saubere Wasser zum Überleben. Es wurden auch schon Taucher eingesetzt, die im Brunnen nach sterblichen Überresten gesucht haben, sie fanden jedoch nichts.
Der Schwierigkeitsgrad, die Brunnen zu finden, steigt von Brunnen zu Brunnen. Den fünften Brunnen hat wie gesagt noch keiner gefunden. Bei meinem Besuch will ich der Erste sein, der es schafft. Das ist natürlich ein klein wenig ironisch gemeint.
Pentagramm. Lizenz Public DomainNach unten weisendes Pentagramm, wie es von Satanisten verwendet wird. Lizenz: Public Domain
Die fünf Brunnen sollen als Pentagramm angeordnet sein. Sollte das stimmen, dann läge tatsächlich ein Ort mit satanistischem Bezug nahe. Dazu muss man wissen, dass Satanisten (und Leute, die schwarze Magie betreiben) ein nach unten weisendes Pentagramm verwenden, aber für bei der Frage nach der Brunnenanordnung würde das keine Rolle spielen..
Als die Fotos entstanden sind, fand sich eine Schmiererei mit einem Pentagramm an der Kapelle – kein nach unten weisendes, also streng genommen kein satanistisches Symbol. Da hat der Schmierfink also seine Hausaufgaben nicht gemacht, sollte er hier einen satanistischen Bezug beabsichtigt haben:
Ob an der Brunnenanordnung in Form eines Pentagramms etwas dran ist, wird später noch untersucht.
Hier noch die giebelseitige Ansicht von Nordosten gesehen mit der Pentagramm-Schmiererei, die ich zum besseren Auffinden mit einem Kreis markiert habe.
Brunnen Nummer 3 ist schon eine kleine Herausforderung. Wer eine Zeitlang im Wald herumläuft, dürfte ihn aber finden. Er findet sich in einem deutlich höheren Abstand als die beiden ersten Brunnen in östlicher Richtung von der Kapelle. Das Gitter ist intakt. Oben auf dem Gitter ist eine kreisförmige Platte mit der Zahl 1978 als Relief zu finden. Da die Brunnen vor einigen Jahrzehnten die Gitter als Sicherung bekamen, muss dies die Jahreszahl sein. Es stellt sich aber die Frage, warum Brunnen #1 und #2 nicht mit Jahreszahlen ausgestattet sind.
Dieser Brunnen ist bereits die Königsdisziplin. Wer in der Nähe der Kapelle alles abläuft, wird ihn nicht finden. Ich hatte mich aber gut vorbereitet und wusste, dass er ganz in der Nähe vom Tradfranz liegen muss. Ich habe dort eine Zeitlang geschaut, aber nichts gefunden. Aber es rollte ein freundlicher Förster auf dem Motorroller an. Doch der wusste auch nicht genau, wo der vierte Brunnen zu finden sei. Er meinte, ich solle beim Tradfranz fragen. Am Hof war aber niemand anzutreffen – von Tieren im Stall mal abgesehen, die waren aber nur bedingt auskunftsbereit. Somit bin ich ganz deutlich gescheitert, habe nur 3 von 5 Brunnen gefunden. Manch andere waren einen Brunnen besser. Bei einer späteren, weiteren Recherche fand ich den Brunnen dann doch noch – auf einer Karte der Website 5-Seen-Land.de. Es stimmt, er liegt in der Nähe des Tradfranz.
Brunnen #5 (Teufelsbrunnen)
Den fünften Brunnen hat noch keiner aufspüren können. Angeblich befindet er sich direkt unter der Kapelle, sodass ein Auffinden eher etwas für Maulwürfe wäre. Der Brunnen, den es vielleicht gar nicht gibt, ist auch unter dem Namen „Teufelsbrunnen“ bekannt. Hinweise auf die Existenz des Brunnens gibt es nicht.
Pentagramm?
Wenn man sich die bestehenden vier Brunnen auf der Karte anschaut, wird klar, dass sich auch unter Annahme eines hypothetischen fünften Brunnens an einer anderen Stelle als der Kapelle nie und nimmer ein Pentagramm ergibt. Dafür sind auch die Abstände der Brunnen viel zu unterschiedlich. Bereits die Tatsache, dass zwei Brunnen fast unmittelbar nebeneinanderliegen, andere dagegen weit auseinander, macht ein Pentagramm unmöglich. Obwohl dies absolut eindeutig ist, hält sich die Pentagramm-Legende hartnäckig.
Anordnung der Brunnen. Beim besten Willen lässt sich hier kein Pentagramm erkennen
Ein weiterer Aspekt ist, dass Satanismus erst seit dem 18. bis 19. Jahrhundert als religiöse Bewegung existiert. Die Brunnen stammen aber aus dem 17. Jahrhundert. Den Erbauern der Brunnen dürfte daher das nahc unten weisende Pentagramm als satanistisches Zeichen nicht bekannt gewesen sein.
Eine These über die Brunnen
Mir kam da aber ein ganz anderer Gedanke. Es gab vier Höfe, von denen nur noch der Tradfranz vorhanden ist. Da dort Brunnen #4 zu finden ist, ist es doch naheliegend, dass jeder Hof einen Brunnen hatte. Die ersten drei Brunnen liegen schließlich nahe an der Kapelle und da waren ja auch die Höfe. Demzufolge gäbe es nur vier Brunnen.
Aber die Brunnengeschichte ist noch nicht ganz zu Ende. Direkt an der Kapelle befindet sich ein großes Betonrohr, das senkrecht in die Erde gerammt und offenbar mit Flusssteinen aufgefüllt wurde.
Solche Betonrohre werden nicht nur als mehr oder weniger waagrecht verlegte Wasserrohre verwendet, sondern auch in senkrechter Form, um als Sammler Regenwasser von Straßen und Wegen in das Grundwasser zu leiten. Was hier genau dahinter steckt, entzieht sich meiner Kenntnis, aber ich bin noch dran.
Legenden
Irrwege im verfluchten Wald, erhängte Frau, Schwarzer Hund …
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Zur Kapelle gibt es angeblich keine Wegweiser. Es wird ferner erzählt, dass man sich leicht in dem verfluchten Wald verirren würde. Wege endeten einfach im Nichts und man fände nicht mehr aus dem Wald heraus. Zu allem Überfluss könne man auch auf eine erhängte Frau an einem Baum treffen. Hilfe naht allerdings, wenn man das Glück hat, auf den Schwarzen Hund zu treffen. Dieser zeigt Verirrten den Weg aus dem Wald. Der Schwarze Hund ist in Spukgeschichten ein häufig anzutreffendes Fabelwesen. In manchen Kliniken soll der Schwarze Hund auftauchen, kurz bevor ein Patient stirbt. Hier in Pollingsried aber scheint es sich um einen freundlich gesinnten Hund zu handeln. Wer würde so einen nicht gerne als Haustier haben?
Spukt es im Wald, aus dem man nie wieder herausfindet? Lizenz: Public Domain
Das mit den Wegweisern lässt sich widerlegen. Es gibt sehr wohl Schilder mit Hinweisen auf die Kapelle, allerdings sind sie rar gesät. Die Tatsache, dass sogar am Waldrand in der Nähe des Tradfranz ein Parkplatz extra für Kapellenbesucher existiert, auf dem noch dazu ein Schild mit der Aufschrift „Parkplatz Pollingsrieder Kapelle“ aufgestellt ist, kratzt stark am Mythos. Richtig ist aber, dass Einheimische wegen des bereits erwähnten Vandalismus kein Interesse daran haben dürften, dass für die Kapelle groß Werbung gemacht wird. Daher gibt es in diesem Bericht auch keine Anfahrtshinweise. Aber wer die Kapelle finden will, wird sie auch finden. Gegen Touristen, die sich benehmen und auch ihren Müll wieder mitnehmen, hat aber sicher niemand etwas einzuwenden.
Auch sind die Wege sehr stringent angelegt. Wenn man auf den breiten Hauptwegen bleibt, kann man kaum verirren. Die einzige Sackgasse dort ist der Weg zur Kapelle selbst, von ein paar Trampelpfaden einmal abgesehen. Wer an der Kapelle umdreht, findet auf einfachste Weise zum Tradfranz zurück, indem er sich immer geradeaus bewegt. Wer mitten im Wald läuft, kann sich eher verlaufen, aber das kann in jedem anderen Wald auch passieren.
Ermordetes Mädchen im Brunnen
1625 soll in Pollingsried ein Pfarrer ein Mädchen ermordet haben, das dann im Brunnen gelandet ist. Der Legende nach hatte das Mädchen einen großen schwarzen Hund gehabt, der nach dem Tod tagelang vor dem Brunnen gewartet hat. Als der Pfarrer das nächste Mal zur Pollingsrieder Kirche kam, soll er von dem Hund in die Kehle gebissen worden sein. Der sterbende Pfarrer hat dann angeblich ein Geständnis abgelegt. Belege für dieses Schauermärchen gibt es keine. Die Geschichte stinkt wie die Pest. Aber der Ursprung des erwähnten Schwarzen Hundes wird klar. Es ist schon erstaunlich, wie lange Hunde leben können.
In der Kapelle sollen in der Nacht Kerzenlichter brennen und man erblickt angeblich ein umgedrehtes Kreuz, das Satanssymbol. Sind keine Lichter zu sehen, soll eine rote Gestalt mit schrecklichen Augen im Fenster auftauchen. Auch Schreie sollen zu hören sein. Man muss das nicht weiter kommentieren, aber es lässt sich wie immer im Leben kaum beweisen, dass etwas nicht eingetreten ist.
Fazit
Es gibt viele weitere okkulte Geschichten zur Kapelle vor allem in Internetforen. Dichtung, Wahrheit und Einbildung liegen oft nahe beieinander. Aber vielleicht muss der Schwarze Hund mal zum Tierarzt und es lässt sich auf diese Weise wenigstens ein Beleg für PSI-Phänomene an der Kapelle finden. Aber die Geschichten sind zumindest unterhaltsam und wie heißt es doch so schön? Nichts glauben, aber alles für möglich halten! Und zumindest landschaftlich ist es dort großartig. Mehrere Geister haben mir das bestätigt.
Eine Mariengrotte in einem Baum, genauer einer Eiche, ist sehr selten. Doch in der Nähe des Dorfes Kreuzstraße, einem Gemeindeteil von Valley, befindet sich diese ganz besondere Mariengrotte. Sie gehört bereits zur Siedlung Kleinkarolinenfeld, einem Ortsteil von Aying; die Grenze zu Valley läuft etwas südlich davon. Die Grotte liegt im Hofoldinger Forst nahe des Waldrandes.
Die fast metergroße Marienstatue soll um 1880 von Holzarbeitern gefertigt worden sein. In die Eiche, deren Alter auf 400 bis 500 geschätzt wird, wurde 1898 eine Nische geschlagen, mit Tuffstein ausgekleidet und die Figur darin untergebracht. Daher wird sie auch als Marieneiche bezeichnet. Die Grotte wurde noch im selben Jahr geweiht. Die Figur selbst ist übrigens auch aus Eichenholz, das aber von einem anderen Baum stammt.
Wie bei allen Mariengrotten wurde auch hier die der Höhle von Massabielle bei Lourdes in Frankreich nachgebildet, in welcher 1858 der heiligen Bernadette die Muttergottes erschienen sein soll.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Eiche durch einen Blitzschlag derart schwer beschädigt, dass die Krone gekappt werden musste. Auf dem Stamm wurde ein Dach errichtet, der so zu einer Art Kirchturm wurde. Damit entstand auch die wesentliche Optik der heutigen Waldkapelle. Der Baum wurde mit Eisenbändern und Zement stabilisiert.
1911 wurde die Grotte neu gebaut, später kam ein Gitter dazu, und die Grotte wurde erweitert. Ein baulich erneut besonderes Jahre war schließlich 1992, als ein neues Dach mit Kugelkreuz angebracht wurde.
Vor der Waldkapelle mit der Grotte befinden sich einige Bänke und etwas abseits eine Erklärungstafel mit der Geschichte der Mariengrotte.
Um den eigentliche Star zu sehen, die Gottesmutter, muss man nur die Kapellentüren öffnen. Man steht in einem winzigen Raum vor dem bereits erwähnten Eisengitter. Die Hauptdarstellerin hinter dem Gitter wirkt eindrucksvoll und detailreich. Die zweite Figur ist die heilige Bernadette, die links unten vor Maria kniet.
Trotz der geringen Raumgröße gibt es noch viel entdecken. Dabei fallen die vielen Bilder auf, welche die Wände schmücken. Zu sehen sind vor allem volkstümliche Darstellungen von Jesus, der heiligen Maria und der heiligen Anna.
Der Gemeindename hat nichts mit den englischen Wort valley, das Tal bedeutet, gemein. Vielmehr stammt der Name vermutlich von der keltischen Göttin Fallada. Entsprechend wird der Name auch nicht wie das englische valley (Lautschrift: vălē) gesprochen, sondern so, wie man es bei einem deutschen Wort üblich wäre (Lautschrift: faˈlaɪ]).
Kleinkarolinenfeld
Die Siedlung entstand ab 1802 als planmäßige Neugründung durch die Ansiedlung protestantischer Siedler aus der Pfalz und aus Baden. Wie auch Großkarolinenfeld wurde sie nach der zweiten Gemahlin Max IV. Joseph, der Prinzessin Karoline von Baden, benannt.
Einkehr
Im Dorf Kreuzstraße in der Nähe des Bahnhofes befindet sich das einzige Wirtshaus im Dorf, der Bartewirt, der einen großen Biergarten bietet und täglich geöffnet hat.
Dieser sehr alte und außergewöhnliche Baum mit Feldkreuz findet sich in Aying. In der Nähe gibt es gleich zwei Mariengrotten. Das Schild vor dem Baum ist der Wegweiser: 950 Meter zu den Grotten. Zu den Mariengrotten ist hier ein Artikel erschienen: Doppelgrotte in Aying
Eindrucksvolle Dokumentation über die Schweizer „Speichermatt“, das Wohnhaus der Familie Joller. Diese Familie wurde von übernatürlichen Erscheinungen heimgesucht, die Melchior Joller – Anwalt in der Schweiz – penibel dokumentiert hat. Experten der verschiedensten Fachrichtungen werden um ihre Einschätzung gebeten, wie sie sich die Erscheinungen erklären.
Sehr gute, sehenswerte Doku über das Joller-Spukhaus. Als Experte tritt dort auch Dr. Dr. Walter von Lucadou (Leiter der Parapsychologische Beratungsstelle der Wissenschaftlichen Gesellschaft zur Förderung der Parapsychologie (WGFP) in Freiburg).
In einem kleinen Ort in Kolumbien soll seit Beginn der Corona-Ausgangsbeschränkungen an einem Baum jede Nacht der gekreuzigte Jesus Christus erscheinen. Sicherlich ein Fall von Pareidolie. Oder was meint ihr?
Manche dürften sich fragen, was mit mir passiert sei. Ist er jetzt unter die Esoteriker gegangen? Nein, bin ich nicht. Aber ich habe einen Ableger zu meiner inzwischen eingestellten Neuperlacher Stadtteilseite ins Leben gerufen.
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Dabei war meine Idee, eine Schiene weiterzuführen, die ich im Rahmen dieser Berichterstattung gemacht habe, die aber mit Neuperlach praktisch nichts zu tun hatte: die mystischen Orte.
Kirchenarchitektur ist auch ein Thema. Hier: St. Michael (Berg am Laim
Was sind mystische Orte? Nach meinem Verständnis sind es Orte, die irgendeinen Bezug zum Unerklärbaren, zu Religionen, zum Tod haben. Damit meine ich Kirchen, Kapellen, Mariengrotten, Friedhöfe, Kreuzwege, Heilquellen, aber auch Lost Places und noch mehr. Kurzum gehören da auch die Bereiche Mystery, PSI dazu oder wie immer man das nennen will.
mystisch.net – die kritische, aber nicht generell ablehnende Mystery-Seite
Ich selbst bin Atheist und ein Mann der Wissenschaft. Aber, ich gebe zu, mich interessieren die Themen, weil sie m.E. zu den letzten Gebieten gehören, die noch nicht hinreichend erforscht sind. Dabei bin ich bei angeblichen Spukfällen, Erscheinungen, Wundern und Vergleichbarem äußerst kritisch. Ebenso bei allen Themen, die hier verwandt sind, das heißt dem Paranormalen und der Parapsychologie.
Mariengrotten (hier im Truderinger Wald in München) gehören auch zum Repertoire
Ich will hier aber nicht nur Mystery-Begeisterte ansprechen, sondern auch Menschen, die mit den eigentlichen Themen und den Geschichten nichts anfangen können, aber vielleicht besondere, mystische Orte aufsuchen möchten – nicht wegen der Legenden, sondern ausschließlich wegen der Architektur, Natur und Atmosphäre. Der Fokus liegt auf Orte im Großraum München, weil diese für mich am einfachsten zu erreichen sind. Ich will ja vor Ort berichten!
Aber auch Forschungen im PSI-Bereich können ein Thema sein. Es müssen nicht also immer Orte sein, um die es sich hier dreht. Grundsätzlich gibt es da keine Tabus. Nur die notwendige Kritikfähigkeit will und werde ich mir bewahren.
Vor der sehr prachtvollen Kirche St. Michael in Berg am Laim befindet ein 1862 errichtete Kreuzweg, der zu den letzten beiden Münchner Kreuzwegen unter freiem Himmel gehört*. Der Leidensweg Christi ist in Gestalt von 14 Bildstöcken dargestellt. Man sollte annehmen, dass den Pilger und Interessierten hier farbenprächtige Steinguss-Reliefs erwarten. Doch die Realität ist deprimierend, wie die Bilder zeigen. Der Kreuzweg, der übrigens denkmalgeschützt ist, befindet sich in einem katastrophalen Zustand. Die Scheiben fehlen, ebenso einige der Kreuze. Die Reliefs sind verschwunden, die Farbe blättert ab.
* Laut Information mehrerer Zeitungen ist der Kreuzweg in Berg am Laim der letzte (einzige) Münchner Kreuzweg unter freiem Himmel. So stand es ursprünglich auch hier. Ich wurde aber darauf hingewiesen, dass es auch an der Marienklause und damit auf Münchner Stadtgebiet einen Kreuzweg unter freiem Himmel gebe. Für mich ist nicht ersichtlich, warum dieser nicht berücksichtigt werden sollte.
Ein Teil der Reliefs konnten immerhin gerettet und im Kirchengebäude eingelagert werden. Einige Reliefs sind aber für immer verloren. Erschwerend kommt dazu, dass der Kreuzweg nicht öffentlich begehbar ist. Er liegt auf dem eingezäunten Grundstück der Maria-Ward-Realschule. Immerhin kann man den Bildstöcken ganz nahe kommen, da diese direkt am Zaun stehen.
Der Bezirksausschuss Berg am Laim fordert, dass der Kreuzweg, der ein Denkmal und ein wichtiges Zeugnis der Stadteilgeschichte ist, saniert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Das berichtete die Lokalzeitung „Hallo“. Diese Forderungen gibt es schon seit Jahren. Dem Ordinariat ist die Restaurierung jedoch zu teuer, nun soll geprüft werden, ob Mittel aus dem Stadtbezirksbudget herangezogen werden können. Dabei soll auch untersucht werden, ob es sinnvoll ist, den Kreuzweg zusammen mit der nahegelegenen koptisch-orthodoxen Kirche St. Mina (vormals Loretokirche) und dem unmittelbar angrenzenden ehemaligen Institut der Englischen Fräulein (beide an der Josephsburgstraße) als Ensemble einzutragen. Der Hintergrund ist, dass der Kreuzweg zum ehemaligen Institut der Englischen Fräulein gehört. Er ist dabei als Einzeldenkmal registriert. Der Bayerische Denkmal-Atlas sagt dazu:
Kreuzweg mit 14 Stationen im Garten des ehem. Instituts der Englischen Fräulein, Steingehäuse mit Satteldächlein und Bildnische, um 1860/70.
Ein Kreuzweg ist ein Wallfahrtsweg (auch Prozessionsweg genannt), der der Via Dolorosa („schmerzensreiche Straße“) in Jerusalem, dem Leidensweg Jesus Christi, nachempfunden ist. Die Anzahl der Stationen variieren. Es gibt Kreuzwege mit 7, 9, 14 oder 15 Stationen. Am häufigsten verbreitet sind 14 Stationen (seit der Zeit um 1600); so wie auch bei unserem Kreuzweg in Berg am Laim. Die einzelnen Kreuzwegstationen erfolgen meist als Bilderzyklus (wie bei unserem Kreuzweg), seltener als Skulpturengruppe oder – in Form von Bildstöcken mit Bildern, Skulpturen oder Kapellen – im Großen als Kalvarienberg. Die Stationen werden auch als Fußfallstationen (auch wenn sich das wie Fußball liest, man sehe genau hin: „Fuß-Fall…“ wie hinfallen) genannt, weil die Beter an jeder Station niederknien. Manchmal entsprechen die Kreuzwegstationen hinsichtlich Lage und Entfernung genau den Verhältnissen der originalen Via Dolorosa in Jerusalem..
Ein Bildstock eines intakten Kreuzwegs darf nach diesen schlimmen Bildern nicht fehlen. Zu sehen ist hier die Station Nr. 1 des Kreuzwegs am Marienheiligtum Frauenbründl in der Nähe von Glonn/Bayern. Die Quelle, die unter der Kapelle entspringt, gilt als Heilquelle (siehe Bericht dazu: Kapelle mit Heilquelle: Das Marienheiligtum Frauenbründl).
St. Michael
„Die römisch-katholische Pfarrkirche Sankt Michael in Berg am Laim ist eine der prachtvollsten und bedeutendsten Sakralbauten im heutigen Stadtgebiet von München. Die spätbarocke Kirche wurde zwischen 1735 und 1751 im Auftrag des Kurfürsten und Erzbischofs von Köln Clemens August I. von Bayern nach Plänen des bayerischen Baumeisters Johann Michael Fischer errichtet. Die Ausstattung der Kirche gilt als ein Hauptwerk des süddeutschen Rokoko.“ (Text aus der Wikipedia)
Der Kreuzweg wurde ab 2023 für 80.000 Euro restauriert; die Arbeiten waren bei meiner Sichtung am 28.06.2024 offenbar abgeschlossen. Mindestens ein Bildstock hat allerdings noch kein Relief. Ob fehlende Reliefs noch nachgeliefert werden, ist unklar.
Weiterhin ist der Kreuzweg für die Allgemeinheit nicht zugänglich, aber kann zumindest vom öffentlichen Grund ganz gut eingesehen werden, wie die Fotos zeigen.
Die „Grundschule an der Turnerstraße“ (kurz: Turnerschule) liegt in Waldtrudering. Die genaue Adresse ist Turnerstraße 46, das ist Höhe Reiherweg. Die Straße wurde nach dem ehemaligen „Turnerplatz“, dem heutigen Gelände der Schule, benannt.
Das Gelände gehörte dem damaligen „Arbeiter-Turn-Verein München Ost“ (heute „Turn- und Sportverein München-Ost e.V.“), sodass der Straßenname tatsächlich etwas mit dem Turnsport zu tun hat und nicht etwa einer Persönlichkeit gewidmet ist.
Die Tunerstraße ist lang, sie verläuft vom „Am Hochacker“ bis zur Wasserburger Landstraße. Letztere ist nicht allzu weit vom Schulgelände entfernt.
Auffällig trägt der dreigeschossige Bau, für den Denkmalschutz beantragt, der aber noch nicht bewilligt wurde (Stand: Juni 2024), die große Jahreszahl 1938 unter dem Dachgiebel.
Nationalsozialistische Geschichte
Ursprünglich hieß die Schule „Ostmark-Schule“, was auf den Anschluss Österreichs 1938 an Deutschland anspielt und natürlich nichts mit der Währung der DDR zu tun hat. Die Schule wurde errichtet, um die 1930 gebaute und schon bald zu klein gewordene Waldschule zu entlasten. Die Bauphase war von 1938 bis 1939. Der Bezug fand am 12. Juni 1939 statt, die offizielle Einweihung am 28. September 1939. Die Schule galt als schönste von ganz München, wozu die „wunderbar ausgemalten Türblätter und Trachtenfiguren der österreichischen Landschaften“ beitrugen. Damit wird klar, dass auch die malerische Gestaltung auf den Anschluss Österreichs Bezug nimmt.
Über dem Portal gab es eine Inschrift, die nach dem Krieg wenig überraschend übermalt wurde:
Dieses Schulgebäude wurde erbaut im Jahre 1938, in dem die Ostmark in das Reich heimgekehrt ist.
In der Endphase des Zweiten Weltkrieges – ab dem 29. August 1943 – wurde die Schule zum Hilfskrankenhaus. Erst im April 1948 kamen die Schüler zurück. 1969 wurde die Schule um einen Anbau erweitert. 2015 wurde eine neue Mensa (Bild weiter unten) gebaut und am 13. März 2017 eröffnet. Derzeit besuchen rund 600 Schülerinnen und Schüler in über 20 Klassen die Schule.
Der Bayerische Denkmal-Atlas weiß zu dem Gebäude Folgendes zu berichten:
Ehem. Volksschule, sog. Ostmark-Schule, jetzt Grundschule an der Turnerstraße, dreigeschossiger Satteldachbau mit weit überstehendem Dach und niedrigem Nebenflügel mit Turnhalle, im Heimat- bzw. Heimatschutzstil, von Hermann Leitenstorfer, 1937/38. Benehmen nicht hergestellt.
Am Platz des guten Hirten findet sich eine freistehende Grotte mit Marienstatue. Auf einem Baumstumpf hinter der Grotte steht eine Holzskulptur des guten Hirten. Eine Hinweistafel an der Grotte erzählt die Geschichte des „Wunder von Aying“. Vor einem daneben befindlichen Baum wurde ein Gneis-Stein mit der Aufschrift „Much †“ gesetzt. An diesem Baum wurde außerdem ein Gemälde angebracht, das die entscheidende Szene aus dem Leben des Much zeigt.
Der Sage nach hat Ende des 19. Jahrhunderts der damalige Ayinger Dorfhirte, der „Much“, zusammen mit seinen ihm anvertrauten Schafen wegen eines aufkommenden Gewitters Schutz unter einer uralten, großen Buche gesucht. Diese Stelle war beliebt, weil dort eine Quelle entspringt, an der man sich erfrischen konnte. Ohne erkennbaren Grund liefen plötzlich alle Schafe in die gleiche Richtung los. Der Much fand sie in der Nähe in einem damaligen Jungholz. Minuten später schlug ein Blitz in die uralte Buche und zerstörte sie komplett. Der Much hätte das vermutlich nicht überlebt, wäre er an dem alten Standort geblieben. Überwältigt von dem Ereignis kniete der Much nieder und dankte Gott für seine Rettung. Danach war er verändert, wortkarg und nachdenklich. Wochen später fand man ihn tot an der Stelle, an der er für seine Rettung gedankt hatte, bekleidet mit seinem Sonntagsanzug. An was und wie er gestorben ist, wurde nie geklärt.
An der Todesstelle wurde ihm zu Ehren ein grüner Gneis-Stein gesetzt. Daneben wurde 1905 die Grotte erbaut, in der ursprünglich eine Figur des auferstandenen Heilands stand. 1959 wurde die Grotte von Schorsch Kirner renoviert und wird weiter von ihm betreut. Jetzt befindet sich eine Marienstatue in ihr. Die Holzskulptur auf dem Baumstumpf erinnert an den guten Hirten Much. Der Gneis-Stein ist zwar teilweise von einer Baumwurzel überwachsen, aber dennoch gut sichtbar.
Ein Marterl an der Kapelle weist noch auf einen schrecklichen Unfall hin. In der Nähe der Kapelle habe die Jungfrau Teresia Pichler Bärhambauerstochter von Aying durch einen Baumschlag am 1. Dezember 1876 den Tod gefunden, heißt es. Sie war erst 17 Jahre alt.
In der unmittelbaren Nähe des Kloster Schäftlarn im Isartal gibt es eine Mariengrotte. Als Münchner war sie mir bisher unbekannt, obwohl ich öfter am Kloster Schäftlarn war. Ich entdeckte sie zufällig in einem Online-Stadtplan. Viele (Online-)Karten führen die Grotte überhaupt nicht, obwohl andere Mariengrotten wie auch die Truderinger Grotte sehr wohl eingezeichnet sind. Daher sprach einiges dafür, dass die Grotte wenig interessant ist. Das machte mich aber nur noch neugieriger. Es darf schon mal verraten werden, dass ich den Ausflug nicht bereue und dass ich vor einer Herausforderung stand.
Vorab, ein Ausflug lohnt sich auch dann, wenn man die Grotte nicht sehen will und auch dem Kloster nichts abgewinnen kann. Alleine die Landschaft ist beeindruckend genug, und Möglichkeiten der Einkehr gibt es ebenso eine ganze Reihe in der Umgebung.
Die fast unsichtbare Statue und wie Maria dann doch noch erschien
Die Grotte ist in den Hang gemauert, nur ein Teilstück liegt frei. Der Eingang ist mit einem extrem engmaschigen Gitter verschlossen, an dem unzählige Kruzifixe und Rosenkränze hängen. Zumindest bei den Lichtverhältnissen, die bei meinen beiden Besuchen vorherrschten, konnte man den eigentlichen Schatz, die Marienstatue im Inneren der Grotte, kaum sehen. Man schaut gewissermaßen in ein schwarzes Loch (das darf man jetzt nicht physikalisch sehen). Da Maria ja in Lourdes erschienen ist, ist eine weitgehend unsichtbare Muttergottes wenig hilfreich.
Die Idee war nun, mit einem Foto die Statue sichtbar zu machen. Durch das engmaschige Gitter passt jedoch kein Kameraobjektiv, zumindest kein mir bekanntes. Also muss vor dem Gitter fotografiert werden, eine kleine Herausforderung, da auf diese Weise normalerweise das Gitter mit aufs Bild kommt. Mit vielen Versuchen und technischem Beistand des Blitzes gelang es dann doch, die Marienstatue in akzeptabler Qualität einzufangen. Der Blitz der Kamera löst etwas pathetisch gesagt eine künstliche Marienerscheinung aus, holt Maria für Sekundenbruchteile aus der Dunkelheit der Ewigkeit ins weltliche Hier und Jetzt zurück.
Die Marienstatue ist durchaus eindrucksvoll und schon einmal aus diesem Grund möchte man mehr über die Grotte in Schäftlarn erfahren. Doch offenbar gibt es keine Informationen über ihre Geschichte, nicht einmal Angaben darüber, wann sie entstanden ist. Zumindest online war nichts zu finden. Wer mehr weiß, darf sich aber gerne melden.
Allgemeines zu Mariengrotten
Die Grotte ist wie auch die erwähnte Grotte im Truderinger Wald eine Nachbildung der Höhle von Massabielle bei Lourdes in Frankreich, in welcher 1858 der heiligen Bernadette die Muttergottes erschienen sein soll. Die in der künstlichen Höhle platzierte Marienstatue erinnert an diese Erscheinung. Die Grotte wird daher auch als „Lourdesgrotte“ bezeichnet. Solche Nachbildungen gibt es fast über die ganze Welt verstreut unzählige. Wikipedia listet alleine für Deutschland Dutzende solcher Mariengrotten auf, wobei sich die Liste auf bedeutende Grotten beschränkt.
Kloster Schäftlarn
Der Name „Kloster Schäftlarn“ setht sowohl für das eigentliche Kloster als auch für den Ortsteil von Schäftlarn, der im Isartal liegt. Bei dem bereits im Jahre 762 gegründeten Kloster handelt es sich um eine Benediktinerabtei. Zum Kloster gehören auch ein Privatgymnasium mit Internat, ein Forstbetrieb, eine Schnapsbrennerei und eine Imkerei.
Aber auch für das Kulinarische ist in Gestalt des Klosterbräustüberl Schäftlarn gesorgt. Auf der anderen Isarseite findet sich das „Gasthaus zum Bruckenfischer“. Das Gasthaus steht alleine in der Prärie, die Einöde heißt Dürnstein und gehört bereits zu Egling.
Der Waldfriedhof in Großhadern dürfte jedem Münchner bekannt sein. Doch es gibt in der Umgebung von München noch weitere Waldfriedhöfe, etwa den von Putzbrunn und den von Haar. Um Letzteren geht es hier.
Es ist ein idyllischer Friedhof, auch wenn es ein paar Stellen gibt, an denen Wohnhäuser sehr nahe an den Gräbern stehen (zu sehen speziell in dem Bild „Eine etwas weniger waldartige Stelle …“ im mittleren Bereich des Artikels).
Eine Besonderheit ist, auf dem Haarer Waldfriedhof ist Radfahren ganz offiziell erlaubt – wenngleich nur auf den Hauptwegen und nur in Schrittgeschwindigkeit.
Der „Waldfriedhof“ in der Waldkolonie Putzbrunn ist nicht nur ein Friedhof im Wald, er heißt auch noch so, genauer „Neuer Waldfriedhof“. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Münchner Waldfriedhof im Stadtteil Fürstenried.
Der Zusatz deutet darauf hin, dass es sich nicht um den bekannten Friedhof im Ortszentrum handelt.
Ein vorbeikommender Spaziergänger sagte mir als Erklärung, der Friedhof stünde erst seit wenigen Jahren in Betrieb. Und so viele würden bei ihnen im Ort ja auch nicht sterben, und den anderen Friedhof gebe es ja auch noch. Doch es sind doch schon ein paar Jahre mehr. Die Gemeindezeitung Putzbrunn berichtet, dass der Friedhof am 14. Februar 2004 eröffnet wurde. Ich gehe einmal den Rundweg auf dem Friedhof und schaue mich in Ruhe um. Alles scheint hier eine Nummer kleiner zu sein. Die Gebäude wirken etwas steril und sind, wie es bei einem neuen Friedhof zu erwarten ist, im modernem Stil gehalten. Der Friedhof mit seiner Waldlage hat aber dennoch eine besondere, durchaus mystische Ausstrahlung.
Laut Infotafel am Eingang versteht sich der Waldfriedhof als „Park der Jahreszeiten“, der Gehölze biete, die entweder gerade in der Blüte stünden, Herbstlaub oder Beeren tragen würden oder deren Rinde im Winter durch den Schnee leuchte. Um dies zu betonen, seien die Gehölze jeweils einer Art in Gruppen gepflanzt. De Wechsel vom Werden, Vergehen und Wieder-Erblühen komme so zum Ausdruck.
Mit dem Rad weiter nach Ottobrunn
Bei der Rückfahrt fahre ich nicht wieder zurück Richtung Putzbrunn, sondern mache mich auf dem Weg Richtung Ottobrunn. Das Ortsende-Schild wirkt für die sehr bescheidene, nicht asphaltierte Straße regelrecht überdimensioniert (Foto etwas weiter oben). Für den motorisierten Verkehr ist hier Endstation, aber ich bin ja mit dem Rad unterwegs.
Es wäre so schön, wenn es das gäbe, eine Quelle, deren Wasser heilende Kräfte besäße, welche die eine oder andere Krankheit verschwinden ließe. Einfach ein Gläschen Quellwasser statt dem geliebten Bierchen oder der geliebten Limo reinkippen, und gut is! Doch genau an solch eine arztkostensenkende Errungenschaft glauben die Anhänger des Frauenbründl.
In der Nähe von Glonn (südöstlich von München) steht am Rande eines mächtigen Buchenwaldes eine herrliche Wallfahrtskapelle, das Marienheiligtum Frauenbründl (frühere Schreibweise: Frauenbrünndl). Ein Kreuzweg mit den üblichen 14 Stationen des Leidensweges Jesu führt von der Hauptstraße zur Kapelle. Traumhaft ist die Kapelle fast in den bewaldeten Hang hineingebaut.
Das Besondere ist aber die Quelle, die unter der Kapelle entspringt. Daher kommt auch der Name Frauenbründl, das Bründl bedeutet schlicht Brunnen.
Direkt vor der Kapelle wurde ein Becken errichtet, in welches das heilige, rechtsdrehende Quellwasser über eine Öffnung austritt. Als besonderer Service hängen Schöpflöffel an der Wand, damit der nach Heilung Strebende oder auch nur der durstige Wanderer seine Fläschlein abfüllen kann.
Per Schild wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich nicht um Trinkwasser handele. Heiliges Wasser, das nicht einmal als Trinkwasser zugelassen ist? Die ebenso angebrachte amtliche Erklärung wirkt aber eher beruhigend. Wie die anderen 1.000 Quellen der Region würde das Gesundheitsamt das Wasser nicht auf schädliche Stoffe untersuchen, daher gelte es nicht als „Trinkwasser im rechtlichen Sinn“.
Der eine oder andere von schweren Leiden Geplagte dürfte sich für diesen rechtlichen Sinn kaum interessieren. Dennoch muss darauf hingewiesen werden, dass der Konsum des Wassers auf eigenes Risiko erfolgt. Ob es also eine so gute Idee ist, der Heilkraft des Wassers zu vertrauen, muss jeder selbst wissen.
Es gibt Menschen, die das Frauenbründl-Wasser schon seit vielen Jahren trinken und noch leben. Manche behaupten, sie wären seitdem nie mehr krank gewesen. Man kann es glauben oder nicht.
Den Überlieferungen nach soll das Wasser speziell bei Augenleiden helfen, die Lebenskraft und das Immunsystem stärken und das dritte Auge öffnen, also das Stirnchakra. Menschen mit geöffnetem dritten Auge sollen eine gesteigerter Intuition und Erkenntnisfähigkeit haben und anstelle des profanen Alltagsbewusstseins quasi über ein Gadget mit transzendierender Bewusstseinserweiterung verfügen.
Geschichte der Kapelle
Chronologie
Die Kapelle steht schon seit dem 17. Jahrhundert, den Überlieferungen zufolge bereits seit dem Pestjahr 1635, und wurde einst direkt auf der Quelle von den Bewohnern der nahe gelegenen Ortschaft Berganger gebaut. Damit wollten die Bergangerer ihren Dank dafür ausdrücken, dass sie von der Pest und dem Dreißigjährigen Krieg verschont worden waren.
Die historische Tafel vor Ort bietet eine umfassende Chronologie. Hier ist Folgendes zu lesen:
Das Frauenbrünndl – Nach einer alten Geschichtsquelle was das wundertätige Bild Unserer Frau über dem Brunnen schon im 17. Jahrhundert sehr besucht. Seit der Pestzeit 1635 hatten sich die Bergangerer verlobt, alle Jahre an Peter und Paul einen Bittgang hierher zu halten. Sie erhofften sich Trost und Beistand. 1712 scheint das Kirchlein erweitert worden zu sein. Damals gehörte das seeligerseits zum Kloster Beyharting. Es regierte um diese Zeit der eifrige Marienverehrer Probst Ignatius am Schliersee. 1712 übernahm Pater Feller die Seelsorge in Schönau. Das Kirchlein war öfter dem Verfall nahe, da es ganz auf Wasser steht. Immer wieder fanden sich fromme Hände, das traute Heiligtum zu erhalten. 1857 wurde das Kirchlein innen und außen renoviert. 1861 das Deckenbild gemalt. 1862 wurde das Pflaster gelegt. 1866 der Brunnen gefasst. Als Räuber den Gnadenort geplündert, 7 Kreuzwegbilder gestohlen hatten, war der Schaden durch Wohltäter bald wieder behoben. 1912 und 1922 wurde wieder renoviert. Das Frauenbrünndlfest am 1. Sonntag im Jahr ist seit Expositus Epimach Riester um 1926 eingeführt. Im Marianischen Jubeljahr 1954 wurde die Quelle mit großer Mühe erneuert, gefasst und sichtbar gemacht von Expositus Pater Theodor Gramlich.
Die Kapelle
Die Kapelle wird in der Liste der Baudenkmäler (Wikipedia) als „kleiner Putzbau mit stark eingezogenem geradem Chor und massivem Fassadenreiter“ geführt.
Im Inneren der liebevoll eingerichteten Kapelle finden sich an den Wänden unzählige Votivgaben als Danksagung für erfolgte und erhoffte Heilungen. Direkt oberhalb der Quelle soll ein mächtiger Kraftpunkt sein. Diesen erreicht man, wenn man in die Kapelle tritt und ein paar Schritte geradeaus geht, bis man auf der Höhe des Opferstockes ist. Aufnahmen aus dem Inneren der Kapelle dürfen hier leider nicht gezeigt werden.
Der Ort „Baiern“ – ein Ort, zwei Besonderheiten
Die Kapelle liegt in der Nähe der gleichnamigen Ortschaft Frauenbründl, die nur aus einem einzigen Hof besteht und zur Gemeinde Baiern gehört. Dabei gibt es zwei Besonderheiten. Erstens gibt es eigentlich keine Ortschaft, die Baiern heißt. Es gibt vielmehr eine ganze Reihe an Einzelortschaften, zu der auch das erwähnte Berganger zählt. All diese Ortschaften heißen als Gesamtheit Baiern. Gleichzeitig ist Baiern Teil der Verwaltungsgemeinschaft Glonn, zu der auch z.B. die Gemeinden Moosach und Oberpframmern gehören. Zweitens könnte man bei Baiern an die traditionelle Schreibweise von Bayern denken. Das „y“ kam erst später in den Namen und geht auf die Liebe des bayerischen Königs Ludwig I. zu Griechenland zurück. Denn „y“ ist ja ein griechischer Buchstabe. Er ordnete 1825 an, dass die bisherige Schreibweise Baiern durch Bayern abgelöst wird. Es gab aber auch zuvor zeitweise schon die Schreibweise mit „y“, aber ohne „e“, also Bayrn. Doch wie gesagt, ist das hier nicht die Auflösung. Vielmehr geht der Ortsname auf das althochdeutsche Wort Bur in der Bedeutung Haus zurück. Der Gemeindename Baiern wurde schließlich von dem nahe gelegenen Weiler Jakobsbaiern abgeleitet, der heute ebenso zum Gesamtort Baiern gehört. Jakobsbaiern wiederum trägt den Namen des Kirchenpatrons des Ortes, um ihn von den vielen anderen Orten mit dem Namen Baiern oder Beuern zu unterscheiden.
Aktuelle Entwicklung (2019/2020): Versiegt die Quelle?
Seit der zweiten Jahreshälfte 2019 sprudelt die Quelle nicht mehr richtig. Es ist kaum mehr als ein Rinnsal übrig geblieben. Die Ursache dafür dürfte sein, das es jahrelang viel zu wenig geregnet hat. Das Wasser ist Tiefenwasser, das nur mit genug Sauerstoff nach oben kommt. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Quelle wieder erholt.
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